Spiegelei Spiegelei an der Wand

der Silberstreifen Neufundland
2008
ISBN 978-3-00-024486-5
150 Seiten
Restauflage 
5,00 EUR

Einfach so

Herz gefangen Häftlingsleben
Lied verebbt in Moll
Gedanken trauervoll
einfach so Verschwindmaleben

Phantoms Schmerz mein Dauermieter
Wetterleuchten Lebensbaum
Liebsgedanken Federflaum
einfach so im Niemalswieder


Macht dieser Mann Witze? Blödelt er nur herum?
Gehört er zu der Zunft der ewig saberndenund undichten
Wortknalltüten, die uns mit ihren lachend vor den Latz
geknallten Scheingefechten und Worthülsen am Ende doch erschießen?


>Herumsülzen in Worthülsen<
will Egbert Schmoll aber ganz und gar nicht.
Eher scheinen so manches Mal die leidenschaftlichen
Auseinandersetzungen eines ganzen Lebens in seinen Büchern Platz zu finden


>Oft mache ich mir Gedanken um die vier Ecken und
bleib dann in< der dritten stecken <
ist lakonisch in einer der Buchecken festgehalten.

>
Ich bin der Herr, meint Gott<
Ein Schmunzeln? Ein bitterer Satz in der Kaffeetasse des Glaubens vom
studierten Theologen und Sozialpädagogen, der unter anderem
auf vier Jahre Klosterleben mit Noviziat zurückgreifen kann?


Mit seiner angelegten Flinte zielt er sicher,
doch der Flug der Kugel ist kunstvoll, und wo sich jeder Einzelne
treffen lässt, schreibt Schmoll ungern fest. Er gibt zu denken
und zu lachen und darf mitunter genussvoll die Hände reiben,
nämlich dann, wenn die Glut seiner Gedanken
wieder einmal schier das Papier  versengt hat.
>Schreit der Haufen:
Scheiterhaufen!
Gescheitert.
Gescheiter
Geh weiter<

Ursula Quast: >Der listige Wortfex Egbert Schmoll<
Stuttgarter Nachrichten, 29.05.2009